Als Willkür jenseits der demokratischen Regeln bezeichnete Gotthard Brand, Fraktionsvorsitzender der CDU, die Ereignisse im Hofgeismarer Stadtparlament anläßlich der konstituierenden Sitzung. Er erklärte, dass die Wahlen zum Kuratorium Jugendzentrum, zur Friedhofskommission und vor allem zum Magistrat der Stadt Hofgeismar so nicht hätten stattfinden dürfen und nicht rechtmäßig seien.
Die CDU werde das Protokoll der Sitzung prüfen und dann die Kommunalaufsicht einschalten. Es stehe aber schon jetzt fest, dass elementare Grundregeln nicht eingehalten worden seien. Eine Verhältniswahl solle ja gerade erreichen, dass alle beteiligt würden und nicht, wie im Falle der Friedhofskommission nur Bewerber eines Wahlvorschlages.
Brand kritisierte zudem, dass es nicht rechtmäßig sei, wenn die neue Mehrheit meine, mit einfachen Parlamentsbeschlüssen die Geschäftsordnung außer Kraft setzen zu können. Die Wahl des Magistrats hätte nach der Geschäftsordnung gar nicht mehr stattfinden dürfen, da der Tages-ordnungspunkt erst nach 22.30 Uhr aufgerufen worden sei. Dies läßt die Geschäftsordnung aber nicht zu, wenn zu dem Punkt noch Diskussionsbedarf bestehe. Der Magistrat hätte problemlos und dann vernünftig vorbereitet in der nächsten Sitzung am 23. Mai gewählt werden können, erklärte Brand.
So habe jetzt eine rechtsunwirksame Wahl stattgefunden, da von SPD und Linken gar kein ordnungsgemäßer Wahlvorschlag vorgelegen habe, da nur die ersten 5 Plätze in eine Reihenfolge gebracht worden seien, aber zwingend sei, dass die komplette Liste bei der Wahl vorliege.
Die auch politisch höchst bedenkliche Situation, dass die SPD sich nicht scheue offen mit einer Partei zu paktieren, die sich die Veränderung des Systems auf die Fahnen geschrieben habe, sei in dem ganzen Chaos fast untergegangen, sei aber ein deutliches Zeichen, dass in Hofgeismar jetzt Macht um jeden Preis demonstriert werden solle, kritisierte Brand.